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Gastartikel: Was sind eigentlich grüne Jobs?

„Grüne Jobs“ in Deutschland stehen spätestens seit dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien in den vergangenen 15 Jahren und der Positionierung der deutschen Wirtschaft als einer der Exporteure von Umwelttechnologien auf der Agenda der Politik, Presse und Investoren. Schon lange gelten „grüne Jobs“ nicht mehr als Nischenmarkt. Dabei gibt es „grüne Jobs“ schon viel länger: Förster, Landwirte und Gärtner sind alte Berufe und haben einen so direkten Umweltbezug wie kaum eine andere Tätigkeit. Auch Abwasser- und Abfallmanagement sind Arbeitsfelder, die spätestens seit der Industrialisierung besetzt sind.

Zukünftig wird es neben den Megathemen erneuerbare Energien und Umwelttechnik vermehrt neue Herausforderungen geben, die auch nicht-technische Experten beschäftigen werden: Mit fortschreitendem Klimawandel werden nämlich nicht nur technisch orientierte Arbeitsfelder boomen, die sich mit technischen Lösungen zur Treibhausgasemissionsminderung – wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Carbon Capture and Storage, Elektromobilität – befassen. Daneben werden auch Fachleute gebraucht werden, die die notwendigen Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel begleiten: z.B. Landwirte, die neue Anbaumethoden in neuen Anbauregionen mit angepassten Pflanzen umsetzen. Bereits heute ist zu beobachten, dass umweltrelevante Gesetzgebungen der Europäischen Union wie z.B. die Wasserrahmenrichtlinie zu einem starken Anstieg bei der Nachfrage nach Experten in diesem Bereich führen.

Die Jobbörse greenjobs.de erfasst das ganze Spektrum „grüner Jobs“. Hier inserieren sowohl Hersteller aus dem Bereich erneuerbarer Energien und Umwelttechnologie als auch Umweltdienstleister wie Landschaftsplanungsbüros, Institute für biologische Grundlagenforschung und Politikberatung zu Umwelt- und Klimaschutzfragen, Lobbygruppen wie Umweltverbände und die ganz kleinen Anbieter wie z.B. umweltpädagogische Einrichtungen. Auch Unternehmen, die nicht direkt in „grünen“ Branchen zuhause sind, annoncieren ihre grünen Stellenausschreibungen hier: Ein weltweit tätiges IT-Unternehmen veröffentlichte jüngst eine Anzeige für einen „Environmental Affairs“ Manager und eine Reederei suchte über greenjobs.de  Umweltoffiziere für ihre Flotte. Greenjobs.de ist seit fast 10 Jahren im grünen Jobmarkt präsent und die Betreiber verfügen durch die langjährige enge Zusammenarbeit mit Beratungsunternehmen, Verbänden, Behörden und Forschungsinstituten über einschlägige Expertise in den Themen erneuerbare Energien, Klimaschutz und Umweltdienstleistungen und kennen den grünen Jobmarkt sehr gut. Greenjobs.de ist hervorragend in der Umweltszene vernetzt und dort durchgängig als erste Adresse für Karrierefragen bekannt. Darüber hinaus arbeitet greenjobs.de mit zahlreichen Personaldienstleistern im Bereich der Rekrutierung von Umweltfachkräften – hier vorrangig erneuerbare Energien – zusammen.

Wer sind die Fachleute und wo findet man sie?

Die Bewerberstruktur bei „grünen Jobs“ zeichnet sich durch ein breites Qualifikationsspektrum aus. Auf der Jobbörse greenjobs.de präsentieren sich Fachleute aus verschiedenen Fachrichtungen mit einschlägigem „grünem“ Ausbildungs- und/oder Berufshintergrund: Umwelttechnik (15%), Garten- und Landschaftsbau (9%), Biologie (11%), Planungswissenschaften (12%), Geografie (8%), Betriebwirte/ Wirtschaftsingenieure (8%), Forst- und Landwirte (13%), Geowissenschaften (9%), Pädagogen (5%) und andere (10%).

Die Jobbörse greenjobs.de wird auf Seiten der Jobsucher zum weitaus größten Teil (85%) von Akademikern genutzt. Absolventen, die frisch von der Hochschule kommen, sind dabei in der Mehrzahl. Sobald Akademiker einmal im Berufsleben Fuß gefasst haben, sind sie nicht mehr auf die Eigenvermarktung über Stellengesuche angewiesen, sondern gehen ihre nächsten Karriereschritte oft über direkte Bewerbungen oder informelle Wege wie z.B. eigene Netzwerke. Der Anteil von Nicht-Akademikern bei den Stellensuchenden auf greenjobs.de beträgt rund 15%. Dabei handelte es sich meist um Personen mit mehrjähriger Berufserfahrung.

In den letzten zwei Jahren gibt es vermehrt Anstrengungen der bisher „klassisch“ ausgerichteten Jobportale und Headhunter, auch den grünen Jobmarkt gezielt zu erschließen. Allerdings konzentrieren sich diese Anbieter in der Regel nur auf die aktuellen Trends „erneuerbare Energien“ und „Umwelttechnologie“. Andere „grüne Jobs“ kommen nicht in den Fokus. Aus der oben genannten Aufteilung wird deutlich, dass die Konzentration auf die Themen „erneuerbare Energie“ und „Umwelttechnologie“ – wie sie viele Personaldienstleister neuerdings vornehmen – längst nicht ausreichend ist.
Bei der Personalbeschaffung nutzen viele der Anbieter „grüner Jobs“ nicht die klassischen Kanäle wie große Stellenbörsen oder Inserate in überregionalen Tageszeitungen. Insbesondere Forschungsinstitute, Verbände und sehr kleine Unternehmen nutzen andere – oft informelle – Kanäle wie gut vernetzte und eingeführte Portale, die auch gerne „Stallgeruch“ haben dürfen, um geeignete Bewerber zu finden. Aber auch große Anbieter, die gezielt Experten mit sehr klarem Profil suchen, von denen es nur wenige auf dem Markt gibt, nutzen eher ihre Netzwerke und Headhunter und präsentieren sich in den klassischen Kanälen eher als prosperierendes Unternehmen als dass sie konkret nach Mitarbeitern suchen.

Wie sind die Zukunftsperspektiven des grünen Jobmarktes?

Die politischen Rahmenbedingungen – sowohl auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene – werden für grüne Jobs weiterhin günstig bleiben. Wegen starker politischer Förderung haben erneuerbare Energien heute bereits einen großen Anteil an der Energieversorgung. Trotz der jetzt beschlossenen Förderkürzungen, wird dieser Anteil – sowohl im Strom- als auch im Wärmebereich – mittel- und langfristig weiter stark wachsen. Aber auch andere Industrie- und Dienstleistungszweige haben weiterhin sehr positive Aussichten. Dies bedeutet Aufträge für Hersteller und Installateure und damit Fachkräftebedarf.

Die anhaltende Diskussion um den Klimawandel und wie man dagegen vorgehen bzw. sich anpassen kann, lässt den Anreiz für technologische Innovationen, Forschung und Bildung größer werden – auch und gerade für die Bereitstellung von Mitteln aus öffentlichen Budgets. Auch das Thema Biodiversität steht auf der politischen Agenda ganz weit oben und birgt große Potentiale für die Beschäftigung von zahlreichen Umweltfachkräften.
 
Jan Strohschein und Uwe Trenkner (greenjobs.de)