Talentsuche im Netz
Messe Zukunft Personal zeigte die aktuelle Lage am Recruitingmarkt - Die Krise verstärkt den Trend hin zum Online-Recruiting. Wie Studien belegen, setzen Unternehmen aktuell vor allem auf solche Methoden, die Kosten sparen und die persönlicher sind. Jobbörsen im Internet und soziale Netzwerke können deshalb als Medium punkten, auch wenn sich die Unternehmen von Printprodukten noch nicht völlig verabschieden. Diese Entwicklung spiegelte die Messe Zukunft Personal vom 22. bis 24. September in Köln wider.
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten herrscht in vielen Branchen ein Mangel an Fach- und Führungskräften. Wie Unternehmen diese mit möglichst geringem Zeit- und Kostenaufwand finden, zeigte beispielsweise eine Podiumsdiskussion des Online-Portals HRM.de (www.hrm.de) und der Süddeutschen Zeitung. Man nehme das Internet bei Stellenbesetzungen inzwischen auf jeden Fall zu Hilfe, betonte Dr. Dieter Kanne von der Evonik Industries AG. Schon allein Google biete eine Vielzahl an Profilen. Netzwerke wie Xing oder Facebook seien auch ein Thema, aber häufig könnten deren Inhalte auch Jobbörsen abdecken. Es sei deshalb wichtig zu wissen, welche Jobbörse mit welchen Netzwerken zusammenarbeite. „Wenn es um Top-Experten geht, läuft aber meistens eine ganze Maschinerie“, so der Recuiter Kanne. Manchmal sei eben doch eine Printanzeige das Mittel der Wahl.
Andreas Doppler, Talent Management Marketing und Bindung der Commerzbank Group HR, wies darauf hin, dass im Netz zunehmend Fingerspitzengefühl gefragt sei. „Jedes Unternehmen muss sich überlegen, wie es auf das Verhalten ihrer Mitarbeiter im Netz einwirken möchte“, sagte der Personaler. Die Beschäftigten seien Botschafter und ungeschickte Einträge in Netzwerken wirkten auf das Unternehmen zurück. Es sei schon vorgekommen, dass Mitarbeiter beispielsweise bei Twitter einen Eintrag gemacht hätten, wie langweilig ihnen am Arbeitsplatz sei. Auf die darauf folgenden Diskussionen im Netz, die Qualität als Arbeitgeber betreffend, müssten sich Unternehmen einstellen. Wer jedoch seinen Mitarbeitern vorschreibe, wie sie sich im Internet verhalten sollten, verliere an Glaubwürdigkeit und Authentizität. „Wir mischen uns da nicht ein“, so Doppler. Demnächst möchte die Commerzbank trotz aller Unsicherheiten mit einem Tweet bei Twitter an den Start gehen. „Wir müssen da hin, wo unsere Zielgruppe ist.“ Der Aufwand sei jedoch nicht zu unterschätzen. Denn es sollten auch die entsprechenden Ressourcen im Unternehmen vorhanden seien, um auf Anfragen über das schnelllebige Instrument umgehend reagieren zu können.







