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Interview mit Sascha Theisen (stepstone.de)
Es ist klar dass dieser Bereich kein Nischenmarkt mehr ist. Mehr als eine Million grüner Jobs, das ist für mich ein Zukunftsjobmarkt. Eine Million Jobs sind nicht das Ende der Fahnenstange, das ist erst der Anfang. Diese Tendenz wird sich auch in den Ausbildungsberufsbereichen bemerkbar machen. Neue Ausbildungsberufe werden mehr Spezialisten in diesem Bereich ausbilden und dann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen können.
3) Herr Theisen, sind Sie der Meinung dass es trotz der Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien 2010 zu einem Zuwachs an grünen Jobs kommen wird?
Deutschland ist ein Vorreiter was dieses Thema angeht, trotz Haushaltssperre. Die Vorrausetzungen wurden in Deutschland schon durch den Atomausstieg geschaffen und die Wirtschaft kann davon profitieren, dass sie schon früh angefangen hat mit erneuerbaren Energien zu arbeiten. Die Entwicklung neuer Technologien verschafft Deutschland einen Vorsprung und bietet uns, als klassisches Exportland, die Möglichkeit die Nachfrage benachbarter Länder zu treffen. Die steigende Nachfrage dieser neuen Technologien muss ja bewältigt werden und bietet somit eine Vielzahl Neuer Arbeitsplätze. Das Bewusstsein, dass es wichtig ist in erneuerbare Energien zu investieren, wird von aktuellen Umweltkatastrophen wie der in den USA bestärkt. Hier sieht man, dass die fossilen Energieträger an ihre Grenzen stoßen, sowohl was Verfügbarkeit als auch Sicherheit angeht.
4) Sind Sie der Meinung dass Grüne Jobs bei Jobbörsen in eine eigene Brancheneinteilung aufgenommen werden sollten?
Das denke ich auf jeden Fall. Stepstone wird Ende dieses Jahres oder nächstes Jahr eine eigene Brancheneinteilung für diesen Bereich vornehmen. Dass dieses gerechtfertigt ist können Sie sehen, wenn Sie bei uns das Key Word „Erneuerbare Energien“ eintippen. Da erhalten Sie schon über 500 Treffer, Stellenanzeigen die von Sales Director bis zu spezialisierten Solaringenieuren reichen.
5) Wie grenzt sich Stepstone von anderen Jobbörsen hinsichtlich des grünen Jobmarktes ab?
Wir haben das Thema als einen Zukunftsmarkt erkannt und wollen ein Branchenportal einführen. Außerdem haben wir bereits eine Rubrik Umwelt die andere nicht haben. Dadurch dass sich Stepstone als Fach- und Führungskräfte Jobbörse positioniert, bieten wir auch eine spezielle Klientel für suchende Unternehmen. Ich bin der Meinung, dass viele Unternehmen die grüne Jobs anbieten auf diese Fach- und Führungskräfte angewiesen sind. Da ist Stepstone ganz klar der am besten aufgestellte Stellenmarkt.
6) An welche Bewerberzielgruppe richten sich Ihrer Meinung nach Grüne Jobs?
Hauptsächlich richten Sie sich natürlich an technische Berufsgruppen. Die Herstellung der erneuerbaren Energie-Technologien muss ja bereitgestellt werden. Die Lösungen müssen jedoch auch auf den Markt gebracht werden und von daher braucht es auch Vertriebler und Marketingexperten. Je größer die Unternehmen werden, desto stärker werden Sie auch die Strukturen eines großen Unternehmens einführen. Das bedeutet, dass große Unternehmen wie Eurosolar oder Solarworld auch Juristen, IT- und Finanzspezialisten brauchen.
7) Was für Bewerber wollen grüne Jobs und wie findet man diese Zielgruppe?
Die Studenten die einen grünen Ausbildungszweig gewählt haben kommen jetzt auf den Markt. Wenn man als Unternehmen in der Lage ist diese Absolventen für sich zu gewinnen, dann hat man die Nase vorn. Als Arbeitgeber sind diese Jobs nicht nur für spezialisierte Solartechniker interessant, sondern auch immer mehr für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaftler. Diese Unternehmen haben als Arbeitgeber einen Vorsprung, da sie ihren Mitarbeitern sagen können ‚Ihr macht hier was richtig Sinnvolles’. Gerade für junge Absolventen ist es wichtig den Job mit seinem Werteverständnis in Einklang zu bringen.
8) Für welche Unternehmen sind Grüne Jobs besonders interessant?
Grüne Jobs sind aus der Idee entstanden, dass wir neue Energieformen entwickeln wollen welche Nachhaltigkeit beachten. Man muss aber auch sehen, dass es ganz klare wirtschaftliche Gesichtspunkte gibt die für erneuerbare Energien sprechen. Es ist ein klassisches Geschäftsfeld in welches immer mehr investiert wird. Da fällt mir zum Beispiel das Photovoltaikprojekt in der Sahara ein, welches das Ziel hat, Solarenergie bis nach Europa zu leiten. Es wird viel Geld in die Entwicklung neuer Energien investiert, und gerade Unternehmen wie Shell, welche auf Erdgas und Mineralöl Gewinnung konzentriert sind sehen dass es ein Zukunftsfeld ist. Grüne Jobs haben schon immer einen idealistischen Touch, gerade aus Marketinggesichtspunkten. Es ist aber auch immer mehr ein Wirtschaftsfeld das sich für die Unternehmen lohnt. Es gibt also zwei Trends: Grün ist Inn, anders als vor zwanzig Jahren ist es in der jungen Generation wichtig Nachhaltig zu denken. Aber andererseits wissen große Energieunternehmen, dass fossile Energieträger in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen werden und investieren von daher in die Zukunftsfelder erneuerbarer Energien. Da stellt sich nun die Frage, wer hat in zwanzig Jahren die Nase vorn?
Vielen Dank für dieses Interview Herr Theisen!
Interview geführt von: Friederike OCKERT
Zoom auf grüne Jobs und Jobbörsen
Eine Million neuer, grüner Jobs. Das wurde uns von der Partei Bündnis 90/die Grünen im Juli 2009 in deren Wahlkampfslogans angeboten. Grüne Jobs - das hört sich für einen Mülltrennenden und Recyclebewussten Mitbürger erst einmal sehr gut an. Was genau ist jedoch ein grüner Job? Sind grüne Jobs die Zukunft? Ist der grüne Stellenmarkt ein wachsender Zukunftsmarkt oder ist (und bleibt) er ein Nischenmarkt? Werden bald saftige grüne Jobs in allen Branchen angeboten werden und die Unternehmen sich allerorts um die besten Bewerber reißen? Oder haben grüne Jobs schon immer existiert oder wurden alte Försterjobs einem Image Makeover unterzogen um Deutschland ‚grüner’ aussehen zu lassen?
Wahrscheinlich ist an beidem etwas dran. So kann die Definition eines grünen Jobs des United Nations Environment Programm (UNEP) sehr grob auf viele Arbeitsplätze zugeordnet werden, die schon vor dem Auftreten des allgemeinen Umweltbewusstseins existiert haben. Diese Definition umfasst Stellen in der Land- und Forstwirtschaft und jegliche Jobs die darauf abzielen, das heutige Ecosystem aufrechtzuerhalten . Es gibt jedoch auch viele neue Jobs die vorher nicht existiert haben. So wird zum Beispiel viel in erneuerbare Energien investiert. Nicht nur Bundesgelder fließen in die Förderung grüner Jobs dank des Deutschen Klimaschutzzieles, sondern auch wegweisende Unternehmen investieren in saubere Technologien. So findet im Mai in Berlin beispielsweise der Green Venture Summit in Berlin statt , der sich zum Ziel gesetzt hat grüne Unternehmer, Vordenker und Investoren zusammenzuführen. Kann man da schon von einem Green Economy Boom reden und einem immer schneller wachsendem Zukunftsmarkt?
Davon ist jedenfalls die Bundesregierung überzeugt. Mehr als eine Million Arbeitsplätze gibt es heutzutage im Umweltschutz. Die Beschäftigung in deutscher Umwelttechnik, wie zum Beispiel Solartechnik, ist von 40.000 Personen in 2006 auf 75.000 in 2008 gestiegen und die Produkte werden weltweit exportiert. Der Nischenmarkt für grüne Jobs ist also plötzlich kein Nischenmarkt mehr. Das wird auch dem Arbeitssuchendem durch das Auffinden einer Reihe von spezialisierten Jobbörsen im Internet bewusst. Jobbörsen wie greenjobs.de, rejm.de oder agrartechnik-jobs.de bilden hier nur einen kleinen Auszug des Angebots:
Wahrscheinlich ist an beidem etwas dran. So kann die Definition eines grünen Jobs des United Nations Environment Programm (UNEP) sehr grob auf viele Arbeitsplätze zugeordnet werden, die schon vor dem Auftreten des allgemeinen Umweltbewusstseins existiert haben. Diese Definition umfasst Stellen in der Land- und Forstwirtschaft und jegliche Jobs die darauf abzielen, das heutige Ecosystem aufrechtzuerhalten . Es gibt jedoch auch viele neue Jobs die vorher nicht existiert haben. So wird zum Beispiel viel in erneuerbare Energien investiert. Nicht nur Bundesgelder fließen in die Förderung grüner Jobs dank des Deutschen Klimaschutzzieles, sondern auch wegweisende Unternehmen investieren in saubere Technologien. So findet im Mai in Berlin beispielsweise der Green Venture Summit in Berlin statt , der sich zum Ziel gesetzt hat grüne Unternehmer, Vordenker und Investoren zusammenzuführen. Kann man da schon von einem Green Economy Boom reden und einem immer schneller wachsendem Zukunftsmarkt?
Davon ist jedenfalls die Bundesregierung überzeugt. Mehr als eine Million Arbeitsplätze gibt es heutzutage im Umweltschutz. Die Beschäftigung in deutscher Umwelttechnik, wie zum Beispiel Solartechnik, ist von 40.000 Personen in 2006 auf 75.000 in 2008 gestiegen und die Produkte werden weltweit exportiert. Der Nischenmarkt für grüne Jobs ist also plötzlich kein Nischenmarkt mehr. Das wird auch dem Arbeitssuchendem durch das Auffinden einer Reihe von spezialisierten Jobbörsen im Internet bewusst. Jobbörsen wie greenjobs.de, rejm.de oder agrartechnik-jobs.de bilden hier nur einen kleinen Auszug des Angebots:
- www.photon.de Stellenmarkt des Solarstrom-Magazins PHOTON
- www.Cleantechjobs.de Stellenmarkt für den Energiemarkt
- www.rejm.de Stellenmarkt Erneuerbarer Energien
- www.agrartechnik-jobs.de Stellenangebote für die Agrarbranche
- www.energiejobs.de IWR Stellenangebote aus der Energiewirtschaft
- www.stellenmarkt-umweltschutz.de Stellenmarkt für Jobs im Umweltschutz
- www.oekojobs.de Stellenmarkt hauptsächlich für Praktika und Jobs
- www.bildungsserveragrar.de Stellenmarkt für Jobs in Landwirtschaft
- www.Agroverde.de Int. Stellenmarkt für Jobs/Praktika in Landwirtschaft
- www.mapjob.de Die Jobbörse für Führungskräfte im Agrarbusiness
- www.solarthemen.de Stellenmarkt der Zeitschrift Solarthemen
- www.greenjobs.de Jobbörse für Umweltfachkräfte
Wie aus der Liste zu entnehmen, sind die meisten Jobbörsen sehr spezialisiert und sind aus dem Bedarf spezialisierter Arbeitskräfte in ganz bestimmten Branchen gewachsen. Meist sind diese Jobbörsen entweder dadurch entstanden, dass spezialisierte Zeitschriften eine Stellenmarkt-Rubrik eingeführt haben oder dass große Unternehmen auf diese Weise direkter zukünftige Arbeitnehmer ansprechen wollten. Wie bereits festgestellt wurde, entwickelt sich der grüne Jobmarkt von einem spezialisierten Nischenmarkt immer mehr in Richtung Zukunftsmarkt. Das bedeutet, dass immer mehr Jobs in diesem Feld angeboten werden, und immer mehr Arbeitnehmer auf den grünen Stellenmarkt aufmerksam werden. Nun stellt sich die Frage, ob die großen Generalisten-Jobbörsen diese Entwicklung in ihren Portalen bereits bedacht haben. Die fünf größten deutschen Jobbörsen wurden auf diese Frage hin einer kleinen Analyse unterworfen:
| Jobbörse | Brancheneinteilung für Umwelt | Berufsfeld- oder Untereinteilung für Umwelt |
| Monster.de | NEIN | Umwelt und Geologie |
| Stepstone.de | Land- Forstwirtschaft & Umwelt | Unteroptionen: Landwirtschaft, Fischzucht & Gartenbau; Tierhaltung, -pflege & -betreuung; Umwelt- & Naturschutz; Weitere: Land- Forstwirtschaft & Umwelt |
| Stellenanzeigen.de | NEIN | NEIN |
| Jobware.de | - | NEIN |
| Jobscout24.de | NEIN | - |
Es kann festgestellt werden, dass außer Stepstone keine der Generalisten Jobbörsen spezifische Suchfunktionen für den grünen-Job-suchenden-Arbeitnehmer eingeführt haben. Wenn jedoch bei der generellen Suche „Umwelt“ eingegeben wurde, sind bei allen Jobbörsen interessante Jobangebote (Solartechnik, Umweltschutz, Windtechnik) angezeigt worden. Es gibt also diese grünen Jobs, und Sie werden auch in den großen Jobbörsen annonciert, jedoch weitestgehend nicht in einer eigenen Branche, Rubrik oder Berufsfeld Suchoption. Wieso Stepstone sich entschlossen hat eine eigene Rubrik für Umwelt zu schaffen und ob Stepstone der Meinung ist, dass die anderen großen Generalisten Jobbörsen folgen werden können Sie in unserem Interview mit dem Pressesprecher dieses Stellenmarkt Portals, Sasha Theisen, in diesem Newsletter lesen (link zu dem anderen Artikel einfügen). - Friederike OCKERT
Talentsuche im Netz
Messe Zukunft Personal zeigte die aktuelle Lage am Recruitingmarkt - Die Krise verstärkt den Trend hin zum Online-Recruiting. Wie Studien belegen, setzen Unternehmen aktuell vor allem auf solche Methoden, die Kosten sparen und die persönlicher sind. Jobbörsen im Internet und soziale Netzwerke können deshalb als Medium punkten, auch wenn sich die Unternehmen von Printprodukten noch nicht völlig verabschieden. Diese Entwicklung spiegelte die Messe Zukunft Personal vom 22. bis 24. September in Köln wider.
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