Deutscher Jobbörsenmarkt zeigt europaweite Trends
In den vergangenen Jahren konnten Konzentrationstendenzen beobachtet werden, die heute leicht nachgelassen haben. Dank dieser Entwicklung kann mehr Jobbörsenvielfalt entstehen, wovon hauptsächlich die Nischenanbieter profitieren. Obwohl spezialisierte Stellenmärkte in Deutschland stärker genutzt werden als früher, ist ihre Vielfalt nach wie vor weit geringer als im französischen oder britischen Markt.
Im Bereich der Generalisten-Jobbörsen dominieren in Deutschland heute die großen internationalen Stellenmärkte (Monster/Jobpilot, StepStone). Ihnen folgen mehrere, meist auf den deutschsprachigen Raum spezialisierte Anbieter, wie Stellenanzeigen.de, Jobware.de oder JobScout24.de.
Beachtung findet, wer in Bewegung bleibt
Generalisten: Die in der aktuellen deutschen Marktstudie befragten Jobbörsen wurden unter anderem zu den Veränderungen und Innovationen auf ihren Online-Plattformen befragt. Konform zum europaweiten Trend des Employer Branding im Internet zeigt sich, dass die Mehrzahl der deutschen Generalisten das Produkt Videostellenanzeigen anbietet. Obwohl den Bewegtbildern von Seiten der Unternehmen eine emotionale Wirkung eingeräumt wird – im Besonderen bei der jungen Zielgruppe –, lassen sich wegen der anfallenden Mehrkosten bisher nur wenige konkrete Beispiele auf den Jobbörsen finden. Stehen Aufwand und Nutzen für die Produktion eines Imagefilms meistens in einem akzeptablen Verhältnis, stehen diese für die Bewerbung einer einzelnen Vakanz in keinem Verhältnis. Heikel ist auch die Dauer solcher Videoanzeigen, denn die hohen Fixkosten verführen die Unternehmen oft dazu, die Videonachricht unnötig in die Länge zu ziehen. Eine andere Möglichkeit, Bewegung in die Stellenanzeige zu bringen ohne gleich ein Video zu produzieren, ist die Verwendung von Flash-Animationen, von der Unternehmen bisher eher selten profitieren. Drei der Top fünf deutschen Generalisten-Jobbörsen haben in den letzten Monaten ihren Markenauftritt überarbeitet. Mit einem zeitgemäßen Corporate Design versuchen sich die Marken vom Wettbewerb abzuheben und den Nutzern eine klare Webseitenstruktur zu bieten. Dabei werden neue Farben genutzt, um Emotionen und Dynamik zu erzeugen, Logos mit Symbolen verstärkt oder umgekehrt zu einer reinen Wortmarke vereinfacht und Claims umgeschrieben.
Spezialisten: Die Situation der Nischenanbieter in Deutschland bleibt weiterhin durch eine starke Konkurrenz der Marktführer geprägt, so dass die spezialisierten Jobbörsen geneigt sind, ihre Geschäftsaktivität mindestens auf das deutschsprachige Ausland oder gar ganz Europa auszudehnen (z.B. topjobs-europe.de, lifesciencejobs.com). Durch eine zunehmende Fülle und Vielfalt an Fachinformationen sowie eine kontinuierliche Professionalisierung des Webauftritts soll die Attraktivität der Nischenanbieter für die Bewerber verstärkt werden. Ihre Trumpfkarte gegenüber Unternehmen sind die geringen Streuverluste bei der Zielgruppenansprache und damit ein qualitativ hochwertiger Rücklauf.







